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2003
 

 
  
 

06.02.2006

Zidan deckt Werders Probleme auf
Die Viererkette hängt oft schlaff nach unten

Werder Bremen - FSV Mainz 4:2

Bremen. Beim Gang in die Kabine vor dem Anpfiff herzte und umarmte Mohamed Zidan seine Bremer Kollegen. Kaum war das Spiel angepfiffen, da herzten und umarmten seine Mainzer Mitspieler den Ägypter, der nicht so recht jubeln wollte. Zidan ist von Werder an Mainz ausgeliehen, dann ein Tor ausgerechnet gegen Bremen - ob das passt?

Nach dem 4:2 der Werderaner gegen Mainz gab Werders Sportdirektor Klaus Allofs lächelnd Entwarnung: "Wir beobachten ihn genau. Zidan ist eine Perspektive für die Zukunft." Zidan machte den Bremern das Leben schwer, die sich gegen Mainz zeitweilig zum Narren machte.

Es war nicht Naldos Tag in der Viererkette. Er stolperte über den Platz und leitete Zidans Tor schon nach 13 Sekunden ein. Nur noch ins leere Tor musste er schießen. Werders Kette war längst noch nicht gespannt. Naldos Nebenmann van Damme leistete sich zu Beginn etliche Patzer, den auffälligsten beim 0:2 durch Niclas Weiland, als er zunächst den Ball, dann gegen Addo das Duell verlor und Weiland Mainz mit 2:0 in Führung brachte.
Man durfte böses ahnen. Allerdings hatte zuvor Mainz einen Schock zu verkraften, als Torhüter Wache nach einem Luftduell mit Naldo beim Aufprall auf dem Boden sich einen Innenbandriss im Knie und einen Anriss des Meniskus zuzog.

Werder hatte Probleme und gleichzeitig wenig Glück im Abschluss. Nach einer halben Stunde zog Trainer Thomas Schaaf die Notbremse. Naldo durfte gehen, Baumann ging zurück in die Innenverteidigung, Jensen gab dem Bremer Spiel danach Impulse. Es wurde besser.

Bis zur Pause hatte Werder die Partie gekippt. Valdez gelang der Anschlusstreffer, Micoud köpfte den Ausgleich, Klasnic ließ zwei Mainzer ins Leere laufen und schob zum 3:2 ein. Das alles zwischen der 39. und 49. Minute, denn Schiedsrichter Gräfe ließ wegen Waches Behandlungspause fünf Minuten nachspielen.

Die zweite Halbzeit wurde gemächlicher. Mainz war der Zahn gezogen, nur Valdez traf nach Zuspiel von Klasnic noch einmal.

Man könnte zufrieden sein mit den Punkten. Aber die Bremer schleppen Probleme mit sich herum. Baumann ist in Stuttgart nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt, ebenso Borowski. So darf man sich um die Abwehr sorgen.

 
 


"Gegen Spitzenmannschaft wird es schwer einen solchen Spielstand umzudrehen", sagte Klaus Allofs. Was nichts anderes ist als eine Aufforderung zur Wachsamkeit. Was Allofs allerdings gefällt, ist die Moral im Team. Micoud ging voran, auch in die Angriffsspitze, dorthin, wo auch die Mainzer Klopper nicht zimperlich sind. Er riss Werder mit, dazu auch Frings und Jensen, der etliche gute Szenen einleitete.

Micoud wurde vor der Partie als bester Spieler des Monats ausgezeichnet. Die Regie spielte die Takte der französischen Nationalhymne, bei denen es heißt: "Marchons, marchons" - lasst uns marschieren. Das tat Werder nachdem das Team schwer in Tritt gekommen war. Federleicht dagegen schwebten die Mainzer über den Platz, leider nicht lange genug.

Ohne zu wissen, wer in welchem Trikot steckt, man hätte von der Anlage die Mainzer für Bremer halten können.
So ist Mohamed Zidan dort ganz gut aufgehoben.

Author: Erich Willmann/ Nordsee-Zeitung