| | 08.03.2006 Wieses
Hechtrolle ins Verderben Werders Torhüter leistet sich kurz vor dem
Abpfiff einen kapitalen Fehler und die Bremer scheiden bei Juventus Turin aus
Juventus
Turin - Werder Bremen 2:1
Er
hätte der Held des Abends sein müssen, aber am Ende stand er als Trauerkloß
da: 89 Minuten war Werders Torwart Tim Wiese gestern Abend im Champions-League-Achtelfinale
bei Juventus Turin ein Weltklassemann, aber dann ließ er den Ball im Strafraum
fallen, und Emerson traf zum 2:1-Sieg. In einem bitteren Spiel ist Bremen damit
ausgeschieden. Die
weiteren Tore erzielten Johan Micoud (13.) für Bremen und David Trezeguet
(65.) für Turin.
Werder ist mit einer großen Befürchtung
in die erste Halbzeit gegangen: Sollte Juventus mit 1:0 in Führung gehen,
wäre alles aus. Eine Mannschaft von der Klasse Turins würde einen solchen
Vorteil nicht mehr aus der Hand geben. Das machte die Bremer Profis aber nur ein
paar Minuten nervös. Von Anfang an wollten sie so überzeugend auftreten
- wie im grandiosen Hinspiel. Nach zehn Minuten klappte das auch. Es war sogar
noch ein bisschen besser, denn diesmal spielte Juve konzentrierter als vor zwei
Wochen im Weserstadion. Darauf stellte sich Werder ein. Die Spieler von Trainer
Thomas Schaaf ließen nicht nur den Ball wieder elegant von Station zu Station
wandern, sie waren diesmal auch in der Abwehr auf dem Posten. Und Naldo machte
sein bestes Spiel, seit er in Bremen ist. Er stand nicht nur stets am richtigen
Ort, er machte dann auch das Richtige: Mal köpfte er, mal drosch er den Ball
weg, mal tickte er ihn leicht zum Nebenspieler. Und wenn es ganz kritisch wurde,
haute er ihn ins Aus.
Das fanden die gut 2200 Bremer Fans schon ziemlich
gut. Aber die Offensive begeisterte sie noch viel mehr. Vor allem die Aktion in
der 13. Minute: Christian Schulz passte in den Strafraum auf Johan Micoud, der
sich in bester Mittelstürmer-Manier genau im richtigen Moment löste,
deswegen nicht im Abseits stand - und das 1:0 schoss.
Professionell hielten
sich die Werder-Profis aber nicht mit Jubeln auf, sondern konzentrierten sich
auf das, was nun nötig war: Tore verhindern. Und wie ihr Trainer es immer
wieder fordert: Alle Spieler machten mit. Sie blieben bissig dran, gaben keinen
Ball verloren, konzentriert wie selten in dieser Saison standen die Bremer dicht
an ihren Gegenspielern und kauften ihnen so den Schneid ab. |