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2003
 

 
  
 

08.03.2006

Stimmen zum Spiel

Tim Wiese und sein kapitaler Fehler -
Torsten Frings den Tränen nahe

"Passiert nur ein Mal im Leben"

Juventus Turin - Werder Bremen 2:1

Turin (nz). Immerhin kniff er nicht. Tapfer stand Werders Torwart Tim Wiese, der mit seinem Patzer zwei Minuten vor dem regulären Ende Emerson das Siegtor für Juventus Turin ermöglicht hatte, Rede und Antwort.

"Da muss man durch", sagte Wiese, der erst durch die Verletzung von Andreas Reinke zur Nummer eins zwischen den Pfosten im Bremer Spiel geworden ist. Vermutlich ahnte er schon, was auf ihn in den nächsten Tagen zukommt. "So etwas passiert nur einmal im Leben". zog er die Lehren aus dem kapitalen Schnitzer, nachdem er den Ball schon unter Kontrolle hatte und dann das Leder wieder aus den Händen gleiten ließ. "Den Ball hatte er wohl schon abgehakt", meinte Trainer Thomas Schaaf.

"Es war ein super Spiel", sagte Tim Wiese, "und dann passiert das..." In der Tat hätte Wiese zum Helden von Turin werden können. Ottmar Hitzfeld, der frühere Trainer des FC Bayern München, attestierte ihm sogar bester Mann auf dem Platz gewesen zu sein. Doch dann passierte dieses kapitale Missgeschick. "Eine dumme Aktion", sagte Wiese, "ich kann das nur schnell vergessen. Ich muss da durch."

Besonders tragisch war sein Fehler, da er damit Werder Bremens größten Erfolg in der Vereinsgeschichte vereitelte. Im Viertelfinale der Champions League war Werder noch nie. Und auch einige Millionen Euro, neben der sportlichen Reputation gingen verloren.

"Ich kann nicht fassen. Ohne diesen Fehler hätte uns Turin heute im Leben nicht geschlagen", sagte Torsten Frings den Tränen nahe. "Wir sind noch alle geschockt. Wir haben riesig gespielt und hätten es verdient gehabt. Aber wir sind bitter bestraft worden", sagte Schaaf.

Nun muss sich Wiese am Sonnabend beim Bundesligaspiel gegen Hertha BSC rehabilitieren.

Author: Nordsee-Zeitung