| | 08.03.2006 Stimmen
zum Spiel
Tim Wiese und sein kapitaler Fehler - Torsten Frings den
Tränen nahe "Passiert nur ein Mal im Leben"
Juventus
Turin - Werder Bremen 2:1
Turin
(nz). Immerhin kniff er nicht. Tapfer stand Werders Torwart Tim Wiese, der mit
seinem Patzer zwei Minuten vor dem regulären Ende Emerson das Siegtor für
Juventus Turin ermöglicht hatte, Rede und Antwort. "Da
muss man durch", sagte Wiese, der erst durch die Verletzung von Andreas Reinke
zur Nummer eins zwischen den Pfosten im Bremer Spiel geworden ist. Vermutlich
ahnte er schon, was auf ihn in den nächsten Tagen zukommt. "So etwas
passiert nur einmal im Leben". zog er die Lehren aus dem kapitalen Schnitzer,
nachdem er den Ball schon unter Kontrolle hatte und dann das Leder wieder aus
den Händen gleiten ließ. "Den Ball hatte er wohl schon abgehakt",
meinte Trainer Thomas Schaaf.
"Es war ein super Spiel", sagte
Tim Wiese, "und dann passiert das..." In der Tat hätte Wiese zum
Helden von Turin werden können. Ottmar Hitzfeld, der frühere Trainer
des FC Bayern München, attestierte ihm sogar bester Mann auf dem Platz gewesen
zu sein. Doch dann passierte dieses kapitale Missgeschick. "Eine dumme Aktion",
sagte Wiese, "ich kann das nur schnell vergessen. Ich muss da durch."
Besonders
tragisch war sein Fehler, da er damit Werder Bremens größten Erfolg
in der Vereinsgeschichte vereitelte. Im Viertelfinale der Champions League war
Werder noch nie. Und auch einige Millionen Euro, neben der sportlichen Reputation
gingen verloren.
"Ich kann nicht fassen. Ohne diesen Fehler hätte
uns Turin heute im Leben nicht geschlagen", sagte Torsten Frings den Tränen
nahe. "Wir sind noch alle geschockt. Wir haben riesig gespielt und hätten
es verdient gehabt. Aber wir sind bitter bestraft worden", sagte Schaaf.
Nun
muss sich Wiese am Sonnabend beim Bundesligaspiel gegen Hertha BSC rehabilitieren.
Author:
Nordsee-Zeitung |