| | 08.12.1999 SV
Werder schafft das Wunder 4:0-Sieg gegen Olympique Lyon Willmann
Bremen. Fußball-Wunder werden weiter im Bremer Weserstadion gefeiert. Mit
einem Kraftakt drehte der SV Werder das scheinbar aussichtslose 0:3 aus dem Hinspiel
des Uefa-Cups gegen Olympique Lyon durch einen 4:0-Sieg noch um. Die Tore der
wie im Rausch spielenden Bremer erzielten Bode (15.), Herzog (39./Foulelfmeter),
Baumann (54.) und Pizarro (77.).
Die Bremer, bei denen Cesar und Trares
von Beginn an dabei waren, begannen mit hohem Tempo. Bereits nach vier Minuten
hatten sie die erste große Möglichkeit. Ailton umkurvte auf der rechten
Seite zwei Abwehrspieler, sein Schuss wurde jedoch abgeblockt. Den Abpraller setzte
Trares aus 13 Metern in die Wolken. In der 16. Minute war es dann so weit, die
9559 Zuschauer im Weserstadion durften zum ersten Mal jubeln. Herzog startete
einen Alleingang, der Ball kam zu Bode und Werders erfolgreichster Europacup-Schütze
erzielte fast von der Torauslinie mit einem Heber über den herausstürzenden
Torhüter Coupe hinweg das 1:0.
Kurz darauf bekam Bode die gelbe Karte,
weil der ansonsten großzügig leitende Schiedsrichter Ouzounov (Bulgarien)
eine Schwalbe des Bremers gesehen haben wollte.
In der 39. Minute aber
gab er für Werder Elfmeter, nachdem Frings im Strafraum ein Foul provoziert
hatte und zu Fall gekommen war. Herzog ließ sich die Chance nicht entgehen,
die Bremer waren wieder dick im Geschäft. Erstaunlich wie unbeeindruckt
die Gastgeber die Partie trotz des 0:3-Rückstandes begannen. Erstaunlich,
wie harmlos Olympique Lyon sich präsentierte. Auffälligster Mann war
noch Angreifer Vairelles, der gute Ansätze hatte, aber immer wieder von Baumann
oder Cesar ausgebremst wurde. So hatte Bremens Torhüter Frank Rost eine Halbzeit
nur Routinearbeit zu erledigen, während Kollege Coupe im Tor der Franzosen
seine Mannschaft verunsicherte. Kaum eine hohe Flanke konnte er festhalten, mit
mehr Übersicht hätte Werder aus diesen Situationen weitaus mehr Kapital
schlagen müssen.
Bei den Bremern wurde Ailton gefeiert, der viele
starke Szenen hatte, ebenso war Tjikuzu auf der rechten Abwehrseite ein Aktivposten.
Keiner achtet auf Baumann. In der zweiten Halbzeit machten die Platzherren dort
weiter, wo sie in der 39. Minute aufgehört hatten - mit einem Tor. Nach einem
Freistoß von Herzog stiegen drei Olympique-Verteidiger mit Pizarro zum Kopfball
hoch, Baumann stand dadurch völlig frei vor Coupe und drückte zum 3:0
ein (54.). |