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2003
 

 
  
 

13.02.2006

Werders Schwächeanfall
Die Bremer helfen dem 1. FC Kaiserslautern wieder auf die Beine - Ein unglücklicher Moment

Werder Bremen - Kaiserslautern 0:2

Werder Bremen erwies sich als barmherziger Samariter. "Der 1. FC Kaiserslautern lebt wieder", lautete die frohe Botschaft des Pfälzer Trainers Wolfgang Wolf nach dem 2:0-Sieg des FCK bei Werder Bremen.

Bremen. Die Mannschaft von Thomas Schaaf hingegen erwies sich als krank. Zwar nicht so, dass sie in die Intensivstation verlegt werden müsste, doch der Schwächeanfall ist schon behandlungsbedürftig. Zwei Spiele hintereinander ohne Tore, das hat es in dieser Saison noch nicht gegeben. Thomas Schaaf wirkte etwas ratlos. "Uns hat der absolute Wille gefehlt. Warum das so ist, kann ich auch nicht sagen." In diese Kerbe hieb auch Sportdirektor Klaus Allofs: "Man kann nicht alles spielerisch lösen. Im Laufe der Saison gibt es solche Phasen. Doch jetzt ist ein unglücklicher Moment."
Es geht auch gegen einen Tabellenletzten in der Bundesliga nicht alles wie von selbst. Es war wie in einem Museum. Man darf die Kunstwerke bewundern, mitnehmen aber nichts.

Die Bremer kombinierten so lange, bis endlich ein Lauterer ein Bein dazwischen brachte. Pure Kunst für die Kunst produzierten sie. Wenn der Applaus das Brot des Künstlers ist, dann wären die Bremer Stars diesmal verhungert.

Abgesehen davon, dass sie auch Pech hatten. Naldos gewaltiger Freistoß prallte an die Latte. Owomoyelas Schuss nach dem 0:1-Rückstand durch Sanogo schlug Erwin Skela hinter der Torlinie wieder zurück ins Feld, was Allofs wieder auf die Palme brachte: "Wenn man das nicht sieht, benötigt man auch keinen Assistenten", raunzte er Richtung Assistent Christian Fischer aus Hemer. Die Aussage von Ervin Skela schmerzt noch mehr: "Der Ball war drin. Aber mich hat ja keiner gefragt." Werder wurde zwar um ein Tor gebracht, damit aber lassen sich die vorangegangenen 75 Minuten nicht entschuldigen.

Nur Frings brachte Schwung bei Werder. Borowski blieb sehr blass und musste zu Recht Daniel Jensen Platz machen. Das passierte auch Ivan Klasnic, der dem Regionalligaspieler Jerome Polenz weichen musste. Polenz hatte ebenfalls kein Glück. Den Nachschuss nach Skelas Rettungstat drosch er weit über das Tor. Kann man es Polenz noch nachsehen, so gibt es für seine Kollegen kaum eine Entschuldigung.

 
 

Chancen hatte Werder reichlich. 27 Torschüsse verzeichnet die Statistik. Was nicht daneben oder drüber ging, wurde eine Beute von Lauterns Torwart Jürgen Macho. Macho, Macho, kann'st net lernen, Macho Macho musst du sein... Überschwänglich wedelte er mit einer Fahne den Pfälzer Fans im Stadion zu, während Micoud und Co mit Pfiffen in die Kabine geleitet wurden.

Unruhig waren die Bremer Fans schon nach dreieinhalb Minuten geworden. Balasz Borbely tauchte frei vor Werders Torwart Tim Wiese auf. Wiese rettete und hatte die Fans, die mit einem Meer von gelben Papierblättern dem verletzten Andy Reinke gute Genesung wünschten, auf seiner Seite.

Ansonsten hatte er nicht viel zu tun. Außer zwei Mal den Ball aus dem eigenen Netz zu holen. Da ließen ihn Owomoyela und Naldo im Stich. Wobei Sanogo vor dem zweiten Tor der Lauterer den Pfosten traf - was frei vor dem Tor eine Kunst ist - und erst Skela für die die Entscheidung sorgte.
Zwei Spiele ohne Treffer, die Wunde bei Werder brennt. In St. Pauli im Pokal vergeigt, gegen Bielefeld nur glücklich gewonnen - Werder stolpert so dahin. Schwer zu glauben, dass den Bremern nun Borussia Dortmund so auf die Beine hilft, wie es Werder mit dem FCK getan hat.

Author: Erich Willmann/ Nordsee-Zeitung