sitemap
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
www.werder-online.de 
 
 

Optimiert für:
1024 x 768 / IE 5

© by m-dsigns.de

2003
 

 
  
 

19.12.2000

Werder Bremen schon im freien Fall
In der Mannschaft kriselt es seit langem

Mit der Schönrederei ist es vorbei beim SV Werder Bremen. Nach dem 3:8-Debakel (2:5 in Rostock, 1:3 in Cottbus) mit null Punkten aus zwei Spielen in den neuen Bundesländern läuten bei den Bremern nicht die Weihnachtsglocken - die Alarmglocken schrillen.

Die Bremer sind im freien Fall. Das Nachholspiel am Mittwoch in Unterhaching wird für die Truppe von Thomas Schaaf zur Nagelprobe. Sollte es erneut eine Niederlage geben, sind die Grün-Weißen dem Abstieg nahe wie nie. Nur dank des besseren Torverhältnisses müssten die Norddeutschen dann nicht auf einem Abstiegsplatz überwintern. Vor knapp zwei Wochen, nach dem Europapokal-Aus gegen Girondins Bordeaux, war Sportdirektor Klaus Allofs noch darum bemüht, den Ball der Kritik möglichst flach zu halten. Vor zwei Jahren sei man fast abgestiegen, erinnerte der Ex-Nationalspieler. Weit davon entfernt sind die Bremer erneut nicht.

Die sportliche Führung reagiert trotz der blamablen Leistungen nach außen noch recht gefasst. Und Allofs nimmt Schaaf aus der Schusslinie: "Einen Trainerwechsel wird es nicht geben. Damit würden wir es den Spielern zu einfach machen", so Allofs. In der Tat. Als die Mannschaft gegen Schaafs Vorgänger Felix Magath intern meuterte und zudem der Erfolg ausblieb, musste "Quälix" gehen, Schaaf wurde geholt. Jetzt droht ihm das gleiche Schicksal.

Ganz schuldlos ist das Gespann Sportdirektor-Manager aber nicht. Mannschaftsintern kriselt es seit langem, ohne dass Management oder Vorstand darauf reagiert hätte. Andreas Herzog und Frank Rost haben häufiger auf Missstände aufmerksam gemacht, sich für ihre Kritik aber nur Rüffel von der Vereinsspitze eingehandelt. Im Team der Bremer, so Herzog und Rost, gebe es zu wenig "Charakterköpfe". Mit dieser Kritik, so zeigt sich erneut, haben die beiden recht. Ordnungs- und orientierungslos, ohne Leidenschaft stolperten die Bremer in Rostock und Cottbus über den Rasen. Von erhöhtem Einsatz keine Spur.

Ganz so, als hätten die Werder-Profis nicht registriert, dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht. Nerven liegen blank Aber irgendwie müssen einige Spieler den Druck doch verspüren. Anders sind die Aussetzer von Krstajic und Bogdanovic in Rostock nicht zu erklären. Es wäre freilich besser gewesen, beide hätten versucht, ihren Frust in fußballerische Energie umzuwandeln.

 
 

In Unterhaching werden die vom DFB gesperrten Krstajic und Bogdanovic ebenso fehlen wie die beiden Südamerikaner Ailton und Pizarro. Sie kassierten in Cottbus jeweils ihre fünfte gelbe Karte. Und als Betrachter konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, als wären diese beiden Karten geplant. Vielleicht steckt dahinter sogar System. War der Heimflug nach Südamerika vielleicht schon vor dem Nachholspiel gebucht?

Author: Oliver Riemann / Nordsee-Zeitung