| | 19.12.2005 10
Chancen und ein Elfmeter Torsten Frings vom 1:1 im Nordderby enttäuscht
- HSV hält Werder in der Tabelle auf Distanz Bremen.
Der Hamburger SV hat sein Vorhaben, Werder Bremen hinter sich zu lassen, zumindest
nach dem Ende der Hinrunde in die Tat umgesetzt. Nach dem 1:1 gestern Abend im
Weserstadion vor 42 100 Zuschauern überwintert der HSV auf dem zweiten Tabellenplatz
vor dem Team von Werder Bremen, das sich mit Platz drei begnügen muss. In
einem hochklassigen Spiel schossen Micoud (45.) und Kucukovic (67.) die Tore.
Die Bremer verließen mit hängenden Köpfen das Spielfeld. "Wir
waren klar die bessere Mannschaft", sagte Bremens Torsten Frings, "wir
hatten zehn Chancen und einen Elfmeter, aber wir haben den Sack nicht zugemacht".
Dabei hätte Frings in der zweiten Halbzeit selbst das 2:0 machen müssen,
doch auch er scheiterte am überragenden Hamburger Torwart Sascha Kirschstein.
"Vielleicht hätte ich in dieser Szene besser auf Klose abgespielt, aber
ich habe ihn leider zu spät gesehen."
Hamburgs Spielmacher Beinlich
fand das Ergebnis korrekt. "Wenn man 33 Spiele in den Beinen hat, dann zeugt
das schon von der Klasse der Mannschaft, dass wir bei einer solch starken Mannschaft
wie Werder Bremen ein Unentschieden holen. In der zweiten Halbzeit haben wir endlich
so gespielt, wie wir uns das vorgestellt hatten."
Wäre alles
optimal für Werder gelaufen, wäre das Spiel schon nach einer guten Viertelstunde
für die Bremer in trockenen Tüchern gewesen. Drei Mal tauchte allein
Klose vor Torhüter Kirschstein auf, jedes Mal blieb der Keeper, der den verletzten
Wächter zwischen den Pfosten vertritt, Sieger.
An Sascha Kirschstein
schien Werder auch weiter zu verzweifeln. Ob Kopfball, ob Schuss, ob Flanke oder
Freistoß - bei Kirschstein war Endstation. Bei ihm konnten sich die Hamburger
bedanken, dass es zur Pause nur 1:0 für Werder stand. Kirschstein wiederum
konnte sich bei Schiedsrichter Florian Meyer bedanken, dass er den Halbzeitpfiff
auf dem Feld erleben durfte. Denn
er hat kurz vor der Halbzeit an Klose einen Elfmeter verursacht. Matus Kozacic,
der Torwart von Slavia Prag, hat gegen den HSV am vergangenen Donnerstag im Uefa-Cup
für ein ähnliches Vergehen "Rot" sah. Doch
Kirschstein kam ungeschoren davon, und wuchs danach in der Heldenrolle noch über
sich hinaus, als er den Elfmeter von Micoud an die Latte lenkte. Von dort sprang
der Ball ins Aus. |