| | 20.11.2005 Nur
Hauptdarsteller bei Werder Wolfsburg wird im Weserstadion ausgeschlachtet
- Klose überragend Bremen.
Norbert Meier, "Heimspiel-Meier", jetzt Trainer beim MSV Duisburg, mag
sich in der Loge im Weserstadion an andere glorreiche Zeiten von Werder erinnert
haben, als er zusammen mit Jonny Otten die Gegner aufmischte. Gleichzeitig wird
ihm etwas mulmig zu Mute gewesen sein. Denn in zwei Wochen kommt Meier zum Auswärtsspiel
mit dem MSV nach Bremen. Eines
dürfte Norbert Meier im Weserstadion auch noch nicht erlebt haben. Die Zu-schauer
wussten nicht mehr, was sie zuerst bejubeln sollten. Das "Werder, Werder"
wurde übertönt von "Bie-le-feld, Bie-le-feld", als der Rückstand
der Bayern die Runde machte. Ansonsten berauschten sich alle an Werders Gala gegen
Wolfsburg, ausge-nommen die Gäste, deren Kater, je länger das Spiel
dauerte, sich zu einem ausge-wachsenen Brummschädel entwickelte.
Die
Volkwagenstädter standen herum wie ausgemusterte Karren auf dem Autofried-hof.
Mit dem Unterschied, dass man dort hin und wieder noch Teile gebrauchen kann,
der VfL jedoch hatte nur noch Schrottwert.
Gäbe es Fachausdrücke
wie beim Eiskunstlauf, so müsste man nun einen Werder kreieren - eine vierfache
Kombination durch die Abwehrreihe. Oder einen Borowski - der sichere Abschluss
im zweiten Versuch. Ein Klose wäre der Ballzug rückwärts mit der
Sohle mit Drehung nach innen und ein Micoud eine ganze Drehung mit Ball nach vorhergehender
Körpertäuschung.
Es war eine Werder-Gala, in der jeder eine Hauptrolle
spielte. Möchte man einen dennoch herausheben, so wäre es Klose. Nicht
nur wegen seiner beiden Tore, der Mann spielt derzeit in einer überragenden
Form.
Sechs Tore gegen Wolfsburg, das gibt einen weiteren Schub Selbstvertrauen
für das Spiel der Champions League am Dienstag in Barcelona. 25 Torschüsse
gegen Wolfsburg, daraus resultierend sechs Treffer - das macht eine Erfolgsquote
von rund 25 Prozent. Das könnte auch am Dienstag reichen, um Barcelona ärgern
zu können. "Die nehmen unser Ergebnis zur Kenntnis, mehr nicht",
meinte Sportdirektor Klaus Allofs. Wenngleich auch er darauf spekuliert, dass
Barcelona nicht mit ganzer Kraft zu Werke geht. "Die sind durch. Für
uns ist das Endspiel gegen Panathinaikos", meint Allofs.
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