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2003
 

 
  
 

20.11.2005

Nur Hauptdarsteller bei Werder
Wolfsburg wird im Weserstadion ausgeschlachtet -
Klose überragend

Bremen. Norbert Meier, "Heimspiel-Meier", jetzt Trainer beim MSV Duisburg, mag sich in der Loge im Weserstadion an andere glorreiche Zeiten von Werder erinnert haben, als er zusammen mit Jonny Otten die Gegner aufmischte. Gleichzeitig wird ihm etwas mulmig zu Mute gewesen sein. Denn in zwei Wochen kommt Meier zum Auswärtsspiel mit dem MSV nach Bremen.

Eines dürfte Norbert Meier im Weserstadion auch noch nicht erlebt haben. Die Zu-schauer wussten nicht mehr, was sie zuerst bejubeln sollten. Das "Werder, Werder" wurde übertönt von "Bie-le-feld, Bie-le-feld", als der Rückstand der Bayern die Runde machte. Ansonsten berauschten sich alle an Werders Gala gegen Wolfsburg, ausge-nommen die Gäste, deren Kater, je länger das Spiel dauerte, sich zu einem ausge-wachsenen Brummschädel entwickelte.

Die Volkwagenstädter standen herum wie ausgemusterte Karren auf dem Autofried-hof. Mit dem Unterschied, dass man dort hin und wieder noch Teile gebrauchen kann, der VfL jedoch hatte nur noch Schrottwert.

Gäbe es Fachausdrücke wie beim Eiskunstlauf, so müsste man nun einen Werder kreieren - eine vierfache Kombination durch die Abwehrreihe. Oder einen Borowski - der sichere Abschluss im zweiten Versuch. Ein Klose wäre der Ballzug rückwärts mit der Sohle mit Drehung nach innen und ein Micoud eine ganze Drehung mit Ball nach vorhergehender Körpertäuschung.

Es war eine Werder-Gala, in der jeder eine Hauptrolle spielte. Möchte man einen dennoch herausheben, so wäre es Klose. Nicht nur wegen seiner beiden Tore, der Mann spielt derzeit in einer überragenden Form.

Sechs Tore gegen Wolfsburg, das gibt einen weiteren Schub Selbstvertrauen für das Spiel der Champions League am Dienstag in Barcelona. 25 Torschüsse gegen Wolfsburg, daraus resultierend sechs Treffer - das macht eine Erfolgsquote von rund 25 Prozent. Das könnte auch am Dienstag reichen, um Barcelona ärgern zu können. "Die nehmen unser Ergebnis zur Kenntnis, mehr nicht", meinte Sportdirektor Klaus Allofs. Wenngleich auch er darauf spekuliert, dass Barcelona nicht mit ganzer Kraft zu Werke geht. "Die sind durch. Für uns ist das Endspiel gegen Panathinaikos", meint Allofs.

 
 

Werders Trainer Thomas Schaaf nahm Bayerns Siegtreffer in Bielefeld ungerührt zur Kenntnis: "Das interessiert mich nicht. Wir schauen auf uns." Das tat auch Allofs, dem wichtig war, dass der Abstand auf die Mannschaften hinter Werder gewahrt bleibt. Mit Schalke und Hamburg stehen noch starke Gegner auf dem Terminplan.
Werder kann zufrieden sein. Klose erzielte schon so viele Tore wie der gesamte VfL Wolfsburg in dieser Saison, mit 38 Toren hat man die meisten Tore in der Liga er-zielt. Bemerkenswert ist: Jeder ist für ein Tor gut. Baumann unterstrich das mit sei-nem zweiten Saisontreffer; Naldo erzielte mit dem Kopfball zum 5:1 sein erstes Tor für Werder. Er machte die Wiege zu Ehren seines wenige Tage alten Sohnes Naldin-ho, Klose fasste sich an die Nase, nachdem ihn Quiroga den Ball zum 6:1 vorgelegt hatte. Sogar die Körpersprache deprimiert die Gegner.

Author: Erich W. Willmann / Nordsee-Zeitung